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«Beim Selberschreiben sparen Unternehmen oft am falschen Ort»

22.03.17


Weshalb Firmen ihre Texte lieber bei professionellen Agenturen in Auftrag geben sollten: Ruth Hardegger-Wickli*, Geschäftsführerin der Textagentur etextera, über inhaltsschwache Webseiten und den steigenden Bedarf an Beratung.

Redaktion/Interview: Textagentur etextera

Frau Hardegger-Wickli, wie sensibel sind Unternehmen, wenn es um die Qualität ihrer Texte geht?

Meiner Erfahrung nach hängt dies oft von der Grösse eines Unternehmens ab: Grosse und teilweise auch mittelgrosse Firmen haben ausgebildete Kommunikationsfachleute angestellt, die dafür sensibilisiert sind. Oder sie verfügen über ein entsprechendes Budget, diese Dinge ausser Haus zu geben und Spezialisten hinzuzuziehen.

Weshalb sind gute Texte in Unternehmen so wichtig?

Die Schrift ist eines unserer wichtigsten Kommunikationsmittel. Damit drücken wir uns permanent aus – sei es etwa auf Webseiten oder in E-Mails. Viele sind sich dessen nicht bewusst. So wird für Webdesign und Grafik oft eine Menge Geld ausgegeben, doch am Text spart man lieber und schreibt ihn selbst – was jedoch imageschädigend sein kann. Denn auch wenn Ihre Produkte noch so gut sind: Mit einer inhaltsschwachen oder gar fehlerhaften Webseite vergraulen Sie Kunden und locken keine neuen an.

Schreiben trauen sich viele nun mal selbst zu. Schliesslich haben das alle irgendwann in der Schule gelernt.

Ja, diese Vorstellung ist weit verbreitet. Ich sage dann immer: «In der Schule hatte ich auch ein Jahr Kochen und bin heute trotzdem keine Spitzenköchin.» Hinzu kommt: Beim selber Schreiben sparen Unternehmen oft am falschen Ort – denn intern geschriebene Texte kosten ebenfalls. Die Zeit, die ein Mitarbeiter aufwendet, einen nicht optimalen Text zu erstellen, würde er besser in eine seiner Kernkompetenzen investieren. Professionelle Texter sind viel schneller und liefern bessere Ergebnisse. Hier müssten Unternehmen umdenken. Ganz abgesehen davon, dass Texte heute viel anspruchsvoller sind als früher.

Zielgruppenspezifische Kommunikation kann ein Texter allein kaum bewältigen

Wie meinen Sie das?

Heute geht es nicht ohne kanalspezifische Kommunikation. Das heisst, ein und derselbe Text lässt sich nicht gleichermassen für Broschüren, Inserate, Mailings, Web oder Medien einsetzen. Vielmehr muss für die unterschiedlichen Kanäle individuell getextet werden. Wollen Unternehmen eine professionelle Kommunikation betreiben, müssen sie sich ausserdem darüber bewusst sein, wen sie erreichen wollen. Die Medien etwa? Oder den Endabnehmer? Solche zielgruppenspezifische Kommunikation ist wichtiger denn je. Dies wiederum kann ein Texter allein kaum bewältigen – schliesslich ist für den einen Kanal eher ein Werbetext gefragt, für den anderen ein journalistischer Ansatz. Textagenturen wie etextera wiederum haben den Vorteil, dass sie über ein Team ganz unterschiedlicher Spezialistinnen verfügen.

Kennt eine Kommunikationsabteilung das eigene Unternehmen nicht besser als eine externe Agentur?

Vom Wissen her vielleicht schon. Dass wir extern sind, gibt uns andererseits aber auch gewisse Vorteile und Freiheiten. So können wir es uns leisten, Texte und Kanäle zu hinterfragen. Im Sinne von: «Braucht der Leser wirklich so viele Informationen? Ist die geplante Broschüre wirklich das geeignete Medium? Oder interessiert sich der Anwender überhaupt für die technischen Spezifikationen, die ihm das Softwareunternehmen liefert?» Kurz: Als externer Dienstleister haben wir einen anderen Blickwinkel – während die unternehmenseigene Kommunikation manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

etextera hat im letzten Jahr ihren fünften Geburtstag gefeiert. Haben sich die Anforderungen an eine Textagentur seit der Gründung verändert?

Die Anforderungen sind in der Tat grösser geworden – vor allem aufgrund der neuen Medien, aber auch weil heute kanalspezifische Texte gefragt sind. Für unsere Kunden ist es manchmal eine echte Herausforderung, den Überblick zu behalten und zu erkennen, was ihre Bedürfnisse sind. Deshalb sind wir heute viel stärker in der Beratung gefordert. Für kleinere und mittlere Unternehmen ohne eigene Kommunikationsabteilung übernehmen wir inzwischen oft ganze Projektleitungen. Für diese ist das bequem, weil sie alles aus einer Hand bekommen und nur eine Ansprechperson haben. Aber auch in anderen Bereichen haben wir unser Angebot ausgebaut.

Hauseigene Akademie: Workshops wie «Schreiben im Geschäftsalltag»

Sie meinen zum Beispiel den Text-Check?

Ja, zum Beispiel. Unternehmen können uns ihre Texte schicken und erhalten dann ein objektives Feedback. Entschliesst sich der Kunde daraufhin, den Text von uns redigieren zu lassen, war der Text-Check gratis. Vor allem kleinere Firmen, die selbst schreiben, nutzen dieses Angebot. Es ist aus dem Bedürfnis der Kunden heraus entstanden – genauso wie auch unsere hauseigene Akademie: Unsere Dozentin geht in die Unternehmen und bringt den Mitarbeitern Themen näher wie etwa «Schreiben im Geschäftsalltag» oder «Schreiben fürs Web». Gearbeitet wird dann mit ganz konkreten Beispielen aus dem Firmenalltag.

Was sind Ihre Prognosen für die Zukunft?

Nachdem wir seit fast sechs Jahren auf dem Markt sind, werden wir heute als kompetenter Dienstleister wahrgenommen. Anfangs hatten wir sehr viel Publicity aufgrund der Tatsache, dass wir ein reines Frauenunternehmen sind. Mittlerweile sind wir jedoch hauptsächlich für unsere Qualität bekannt. Mengenmässig werden Textaufträge fürs Internet weiter zunehmen. Aber auch der Bedarf an persönlichen Beratungen wird weiter steigen. Mit dieser Leistung können sich Agenturen wie etextera in Zukunft noch stärker von automatisierten Textvermittlungsplattformen abheben: Weil Kommunikation immer individueller und zielgruppenspezifischer wird, geht es nicht ohne persönliche Gespräche, in denen sich die Bedürfnisse des Kunden genau abklären lassen.

 

Zur Person

*Ruth Hardegger-Wickli ist Geschäftsführerin der Textagentur etextera. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing an der Universität Freiburg und schloss den CAS PR-Redaktor ab. Fast 20 Jahre lang war sie in Kommunikation und PR von grossen Unternehmen tätig, bevor sie 2010 zusammen mit ihrem Mann, Sascha Hardegger, die Agentur etextera gründete. etextera steht für qualitativ hochstehende Texte sowie Schulungen zu einem erschwinglichen Preis. Dank der über 20 Redaktorinnen, Texterinnen und Journalistinnen mit unterschiedlichen Hintergründen, deckt die Agentur ein breites Spektrum an Themen ab. etextera engagiert sich dafür, dass Frauen Beruf und Familie kombinieren können.