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Molésonweg 5 · CH-3185 Schmitten

7 Fragen an Urs Neuenschwander

01.05.18


Geschäftsführer Urs Neuenschwander GmbH

1. Welche (Werbe-) Kampagne hat Sie persönlich berührt und weshalb?

Die Brack-Werbekampagne – weil darin mein ehemaliger Chef die Hauptrolle spielt. Er hat mich 1987 als frisch ausgebildeten PR-Fachmann angestellt. Und er hat mir schnell Verantwortung übertragen. Dank ihm wurde ich SBB-Pressesprecher und Organisator von Grossanlässen wie der S-Bahn-Eröffnung 1990.

2. Wie kommunizieren wir Ihrer Ansicht nach in zehn Jahren?

Wenn ich das wüsste, könnte ich viel Geld verdienen. Ich hoffe, dass wir spätestens in zehn Jahren zur Besinnung gekommen sind. Denn heute kommunizieren wir auf allen Kanälen: E-Mail, Handy, WhatsApp, Twitter, Facebook. Und wenn wir uns dann in Fleisch und Blut begegnen, haben wir uns wenig bis nichts zu sagen. Dafür checken wir dauernd unser Handy. Das finde ich bedenklich.

3. Wie macht sich die Digitalisierung in Ihrem Berufsumfeld bemerkbar?

Einwegkommunikation ist von gestern. Heute kann jeder als Blogger und YouTuber publizistisch tätig sein – bis zum bezahlten «Influencer». Das heisst, Unternehmen müssen auch digitale Kanäle wie Facebook, Twitter und Co. im Auge behalten. Und sie müssen sich dem Dialog stellen – was aber nicht verhindert, dass jederzeit ein virtueller Shitstorm ausbrechen kann. Darauf muss man vorbereitet sein.

4. Welches soziale Netzwerk bevorzugen Sie geschäftlich und welches privat?

Privat nutze ich vor allem Facebook – eher als Kommentator statt als «Liker». In letzter Zeit allerdings immer weniger, weil ich die Zuckerbergsche Datenkrake schon genug gefüttert habe. Xing nutze ich geschäftlich noch zu wenig. Das werde ich jetzt ändern. Ich möchte insbesondere herausfinden, ob die These stimmt, dass Xing eine «Akquisemaschine» ist.

5. An welches Ereignis in Ihrer Karriere erinnern Sie sich am liebsten?

An die Einfahrt der nachgebauten Spanischbrötlibahn in die Halle des Zürcher Hauptbahnhofs im Jahr 1997. Als verantwortlicher Event Manager der SBB für den Festakt «150 Jahre Schweizer Bahnen» konnte ich leider nicht mitfahren. Dafür durfte ich zum Abschluss des Jubiläumsjahres 1997 «L'Ange protecteur» enthüllen. Der Schutzengel von Niki de Saint Phalle begleitet mich bis heute.

6. Welches war Ihr grösster beruflicher Fehler und welche Lehre haben Sie daraus gezogen?

Als Leiter Kommunikation der Zürcher Stadtkanzlei darauf zu vertrauen, dass IT-Systeme immer funktionieren. Das rächte sich bei den Wahlen 2006: Die Systeme lieferten im Medienzentrum und auf der Website falsche Resultate. Darum wurden sie für längere Zeit runtergefahren. Daraus habe ich gelernt, bei Risikoanalysen auch Unwahrscheinliches zu bedenken – und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

7. Dachten Sie früher, dass Sie einmal das tun werden, was Sie heute tun?

Ja. Denn mein Berufsziel war Journalist. Das habe ich erreicht, aber früh in die PR-Branche gewechselt. Ob Kommunikationsberater oder Journalist: Geblieben ist, dass ich Inhalte aufbereite und Geschichten erzähle, zu Neudeutsch ist das «Storytelling». Und Nein: Dass ich Internet-Projekte umsetzen würde, konnte ich mir früher nicht ausmalen. Damals gab es noch Bleisatz und Schreibmaschine.


Zur Person
Urs Neuenschwander ist kaufmännischer Angestellter sowie d PR-Fachmann und hat das CAS Projektmanagement erlangt. Im Mai 2008 hat er die Urs Neuenschwander GmbH, Public Relations & Projektmanagement, gegründet, deren Geschäftsführer er ist. Zusammen mit seinem Team unterstützt er Unternehmen, Verbände und öffentliche Verwaltungen dabei, ihre Projekte erfolgreich umzusetzen: mit Kommunikationskonzepten für Arealentwicklungen, Bauvorhaben, Planungen. Oder dem Management von Anlässen, Kampagnen und Internet-Projekten. Von der Analyse und Konzeption über die Planung, Umsetzung und Erfolgskontrolle. Alles aus einer Hand.

Interview/Redaktion: Textagentur etextera

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