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Molésonweg 5 · CH-3185 Schmitten

7 Fragen an Susanne Sommer

26.09.18


Geschäftsführerin Tatenundworte GmbH

1. Welche Art der Kommunikation spricht Sie an?
Mimik, Gestik, Körperhaltung und eine klare, präzise Sprache: treffende Wörter und ein schwungvoller, logischer Aufbau. Am liebsten mag ich den scharfen, pointierten oder spielerischen Einstieg (Dramaturgie). Kommunikation darf fast alles sein – nur nicht langweilig.

2. Worauf legen Sie in der Kommunikation besonderen Wert?
Dass ich in kurzen, bildhaften Sätzen zum Punkt komme und ehrlich bin. Ich überlege (meistens), bevor ich etwas sage, weil mein Beitrag hoffentlich nützlich, aber zumindest unterhaltsam sein soll. Ich liebe überraschende Effekte und provoziere gern ein wenig. Es mag paradox klingen, aber wer öfter nachdenkt statt zu reden, ist auch schlagfertiger.

3. Wenn Sie etwas an der Kommunikationsbranche ändern könnten, was wäre das?
Ich würde Anglizismen und substantivierte Verben auf eine einsame Insel verbannen. Den Satz «ein Bild sagt mehr als tausend Worte» würde ich verbieten. Weil er einfach nicht stimmt! Ohne KonTEXT ist ein Bild kaum selbsterklärend; abgesehen von denen, die an Toilettentüren hängen vielleicht – doch selbst da bestehen manchmal Zweifel. Und ganz klar müsste das Thema Humor viel ernster genommen werden.

4. Wann ist Content aus Ihrer Sicht erfolgreich?
Inhalt ist erfolgreich, wenn er verständlich oder unterhaltsam ist. Natürlich muss ich zuerst überlegen, wen ich anspreche. Ein Beispiel: Zwei Ärzte können sich von mir aus mit so vielen Fachausdrücken die Köpfe einschlagen, wie sie wollen. Ich als Patient möchte einfach wissen, was mir Heilung bringt. Hier sollte nicht die fachliche Perfektion im Vordergrund stehen, sondern die Verständlichkeit.

5. Wie kommunizieren wir Ihrer Ansicht nach in zehn Jahren?
Fast nur noch digital. Kommunikation wird auf «am Handy in Kontakt bleiben» reduziert. Die Rechtschreibung spielt kaum mehr eine Rolle. Satzzeichen schon gar nicht. Gleichzeitig nehmen Worthülsen, Anglizismen und sinnfreies Zuwinken weiter zu. Das wird uns noch einiges kosten. Aber sonst gehts mir gut, danke – jede Bewegung hat ja auch eine Gegenbewegung; gute Texte werden also noch wertvoller.

6. Wie macht sich die Digitalisierung in Ihrem Berufsumfeld bemerkbar?
Heute werden z.B. Bewerbungen teilweise von Computern nach Schlüsselwörtern abgesucht. Das ist beängstigend, wenn man tatsächlich glaubt, so die Mitarbeitenden mit den passenden Werten zu finden. Allgemein: (N)Etikette nimmt ab, Erschöpfung und Kopflosigkeit nehmen zu. Aber auch die Möglichkeiten nehmen zu. Die heutigen Mitarbeitenden sind aufgeklärt und gut informiert. Das bringt alle weiter.

7. Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist laut Duden das positive Ergebnis einer Bemühung. In meinem Fall bedeutet das: eine starke Bauchmuskulatur, eine schöne Beziehung, wenn ich im Coop einmal nicht in der langsamsten Schlange stehe, mir selber etwas verzeihen zu können und morgens ohne Kaffee wach zu werden.


Zur Person
Susanne Sommer ist ausgebildete Kauffrau und eidg. dipl. Personalfachfrau. Sie ist der denkende Kopf und die ausführende Hand bei der Tatenundworte GmbH. Mit der Gründung ihrer Firma im Januar 2016 hat sie ihre beiden Leidenschaften vereint: das Personalwesen und das Schreiben. Sie übernimmt einerseits ausführende oder strategische Aufgaben im Personalwesen; andererseits arbeitet sie als Texterin verschiedenste Botschaften aus. Ihre Kunden sind KMUs aus unterschiedlichen Branchen, so etwa aus Bau, Heizung-Lüftung-Klima, Banken, Gesundheit und Kosmetik.

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