7 Fragen an Alexander Meinhardt

11.04.19


Inhaber Krunchtime

1. Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Als Kreativer strebt man natürlich nach Anerkennung. Dem einen sind es Preise, dem anderen Follower. Persönlicher Erfolg ist mir aber nie so viel wert wie der der Projekte, meiner Kunden und Teams. Mein Pitch-Rekord bedeutet mir weniger als begeisterte Kommentare im App Store, Innovationen oder Trends zu schaffen. Oder wenn jemand berichtet, er habe eines meiner Produkte erkannt – an der Handschrift.

2. An welches Ereignis in Ihrer Karriere erinnern Sie sich am liebsten?
An das Angebot von Apple. An die Talente, die ich entdeckt und gefördert habe, die heute grossartigste Jobs machen in New York und London oder erfolgreiche Influencer sind.

3. Welches war Ihr grösster beruflicher Fehler und welche Lehre haben Sie daraus gezogen?
Ich habe eine ganze Reihe von Fehlern gemacht. Zum Beispiel meine ersten Unternehmen nicht fortgeführt zu haben, wie vor 15 Jahren eines der ersten digitalen Record Labels. Zudem habe ich zu wenig auf mich selbst und zu sehr auf konservative Stimmen vertraut.

4. Was ist Ihnen im Beruf besonders wichtig?
Die übergreifende Vision, das grosse Ganze: Innovationen schaffen und sich nicht mit den ersten Hürden geschlagen geben. Nein zu sagen, wo es nötig ist. Und einen Teil zu einer besseren Gesellschaft beizutragen.

5. Dachten Sie früher, dass Sie einmal das tun werden, was Sie heute tun?
Nein, ich wollte ursprünglich Architekt werden. Aber meine Interessen waren schon immer sehr breit. So habe ich rastlos neue Dinge ausprobiert, und das bis heute. Es ist schwer vorherzusehen, wo es mich als nächstes hinzieht, aber es wird an der Schnittstelle zwischen Technologie, Kunst und Gesellschaft sein.

6. Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern?
Weniger Serien, mehr trainieren. Immer weiterlernen, Sport fürs Gehirn. Viele meiner Studenten neigen dazu, zu früh und zu sehr von ihren Fähigkeiten eingenommen zu sein, sich direkt nach der Uni selbständig zu machen. Ein paar Jahre in einem grösseren Unternehmen arbeiten, Kompromisse finden und Misserfolge kennenlernen, bringen Reife. Man muss dieses Training durchlaufen.

7. Wie kommunizieren wir Ihrer Ansicht nach in zehn Jahren?
Es wird schwieriger, die grosse Masse abzuholen. Alle reden von Personalisierung – gleichzeitig ist es wichtig, dass wir nicht alles für individuelle Bequemlichkeit aufgeben, z.B. in der Mobilität. Generell braucht Kommunikation heute clevere Konzepte für langfristiges Engagement, sowie die Orchestrierung aller Schnittstellen. Erfolgreiche Produkte kommunizieren aus sich selbst heraus, alle anderen werden in «Tokens» bezahlen, damit man sich ihre Botschaften anhört.


Zur Person
Alexander Meinhardt hat ein Marketing-Studium abgeschlossen und sich im Jahr 2017 mit Krunchtime selbstständig gemacht. Der Freiberufler berät seine Kunden direkt. Das beinhaltet: Innovation, Produktneukonzeption, Coaching, Enabling von Kreativprozessen. Zudem setzt er UX/UI Design Services für Agenturen um. Also konkrete Disziplinen aus der digitalen Wertschöpfungskette wie Strategie, Konzept, Design, Prototyping und Präsentationen. Sein aktueller Schwerpunkt liegt im Service Design und Digital Product Design. Daneben unterrichtet er an Hamburger Universitäten, aktuell den Kurs «Product Innovation».

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