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Molésonweg 5 · CH-3185 Schmitten

7 Fragen an Theresia Volk

09.10.19


Gründerin, Vorstandsvorsitzende & Redakteurin

1. Welches Zitat berührt Sie besonders und weshalb?
«Vertrauen in das, was zu sein wir nicht umhin können», so beschreibt Harry Frankfurt Selbstvertrauen. Was uns wirklich wichtig ist, definieren wir nicht selbst, sondern wir finden es peu à peu heraus. Sich darauf – auf sich selbst – einzulassen, führt zu Selbstbewusstsein. Alles andere ist Selbstbehauptung.

2. Was ist aus Ihrer Sicht nötig, um erfolgreich zu werden?
1. Talent: das meint auch Interesse, Lust, Leichtigkeit;
2. Ausbildung: der seriöse Erwerb von Wissen, Kompetenzen, Lernen zusammen mit Meistern ihres Faches, und
3. Erfahrung: das jahrelange Tun, die vielfältige Praxis.
Die berühmte Intuition ist ein Konglomerat aus diesen drei Zutaten.

3. Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?
Er lässt mich an den unterschiedlichsten Facetten der Wirtschaft teilhaben. Menschen arbeiten, produzieren Güter, betreiben Handel und erfinden Methoden immer wieder neu. Sie dabei zu begleiten, dies über die unterschiedlichsten Branchen hinweg, ist so spannend wie lehrreich.

4. Arbeitszeit und Privatleben verschwimmen in vielen Berufen immer mehr. Wie schützen Sie sich vor ständiger Erreichbarkeit?
Die entscheidende Linie verläuft nicht (mehr) zwischen Berufs- und Privatleben, sondern zwischen Aktivität und Reflexion, zwischen Turbo und Ruhe. Diese Balancen müssen sowohl hier wie dort immer wieder hergestellt werden. Ich zum Beispiel telefoniere abends nach acht nicht mehr, weder beruflich noch privat.

5. Was stört Sie an den Sozialen Medien?
Dass sie «sozial» heissen. Alle Medien sind «sozial», insofern sie Teil unserer gesellschaftlichen Sozialstruktur sind. Aber gerade die zweite Bedeutung von «sozial» – als unterstützend, gemeinschaftlich, gütig – wird in den Sozialen Medien pervertiert, wo sie Ego-Shooting oder anonymisierte Enthemmung pushen.

6. Sie wurden bestimmt schon mal ins kalte Wasser geworfen. Wie haben Sie die Situation gemeistert?
Ich bin geschwommen. Es ist faszinierend, spontan alle Kräfte mobilisieren zu müssen: emotionale, mentale, technische. Hellwach und ganz mit dem Hier und Jetzt gefordert. Solche Situationen suche ich mir nicht aus, aber sie zeigen mir, wozu ich (auch) fähig bin.

7. Wer oder was inspiriert Sie?
Kluge Menschen. Literatur, gute Artikel, Print wie Web. Spannende Fragen und Aufgaben. Das Gespräch mit alten und mit jungen Menschen. Der Blick aus meinem Arbeitszimmer auf ein Brachfeld mitten in der Stadt. Durchaus auch Langeweile, selten und kostbar.


Zur Person
Theresia Volk hat im Jahr 2010 ihr Unternehmen für Management Consulting gegründet. Ihr Ziel ist es, wichtige Verständigungs-, Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse in den Unternehmen voranzubringen. Sie berät Ihre Kundinnen und Kunden in strategischen, konzeptionellen und in persönlichen Fragen. Die hochtourige Taktung in den Organisationen ist ihr ebenso vertraut wie das bisweilen dazu erforderliche Paradoxie-Management. Ein besonderes Augenmerk legt sie auf die Dynamiken von Macht und Mikropolitik auf den unterschiedlichen Ebenen. Dazu hat sie 2019 das Buch «Spielen, um zu gewinnen. Macht und Wirksamkeit in Organisationen» veröffentlicht.

Als Redakteurin der «Zeitschrift Supervision – Mensch.Arbeit.Organisation» will sie das Gespräch zwischen Wissenschaft, Beratung und Management voranbringen. Als Vorstandsvorsitzende des grössten Coachingverbands Deutschlands (DGSv), hat sie von 2010 bis 2017 dazu beigetragen, dass höchste Standards an gute Beratung angelegt und nachgehalten werden.

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