«Arbeiten im Homeoffice ist lernbar»

23.03.20


Tausende Mitarbeitende sind seit wenigen Tagen wegen des Coronavirus im Homeoffice. Für vorerst unbestimmte Zeit. Ruth Hardegger-Wickli, Geschäftsführerin der Text- und Designagentur etextera, führt ihre Agentur seit ihrer Gründung nach dem Homeoffice-Prinzip. Auf was müssen Sie achten, damit Sie die kommenden Wochen daheim überstehen? Hier erfahren Sie es.



Nichts ist mehr, wie es einmal war. Die weltweite Ausbreitung des #Coronavirus hat auch die Arbeitswelt komplett auf den Kopf gestellt. Gestern noch im Büro, sind Tausende Mitarbeitende nun gezwungen, sich ihren Tagesablauf im #Homeoffice zu organisieren. Viele sind aktuell der Verzweiflung nahe. Verständlich. Denn was sich zunächst toll anhört, ist bei näherer Betrachtung eine grosse Belastung sowohl für den Mitarbeitenden als auch für das engste Umfeld im selben Haushalt. Der Entscheid, die Schulen bis auf Weiteres zu schliessen, hat die Situation daheim zusätzlich verschärft.

Es mag für Sie aktuell ein kleiner Trost sein: Ich verstehe Sie. Aber es gibt einige Tricks, mit denen sich der Alltag besser bewerkstelligen lässt. Insbesondere wenn auch die Kinder zu Hause sind. Die schlechte Nachricht: Das braucht Übung und Disziplin und geht nicht von heute auf morgen. Die gute Nachricht: Es ist durchaus lern- und machbar! Ich spreche aus eigener Erfahrung. Vor rund zehn Jahren habe ich zusammen mit meinem Mann die Text- und Designagentur etextera gegründet; dies mit der Vision, auf Basis Homeoffice gut ausgebildeten #Freelancerinnen eine Plattform zu bieten, dank der sie Job und Familie unter einen Hut bringen können.

Den Alltag zu Hause strukturieren

Vor zehn Jahren war Homeoffice noch wenig bekannt. Da herrschte vielerorts noch die Meinung: Homework is no work. Dies hat sich zum Glück mittlerweile in vielen Firmen geändert. Aber zur Gründungszeit von etextera sind wir ab und zu als «Hausfrauen-Agentur» belächelt worden. Heute schätzen unsere Kundinnen und Kunden genau die Flexibilität, die Professionalität der Fachfrauen und die Vorteile, die Homeoffice bietet. Aber: Arbeiten im Homeoffice will gelernt sein. Gerne gebe ich Ihnen dazu ein paar Tipps mit auf den Weg.

Homeoffice und #Perfektionismus klappt nicht. Punkt. Den Job zu erledigen, die Kinder zu hüten und gleichzeitig die Küche picobello zu führen, klappt nicht. Der Vorteil im Homeoffice: Ihr Chef kriegt nicht mit, wenn sich das Geschirr in der Spüle stapelt. Es wird auch niemand bemerken, wenn die schmutzige Wäsche aus dem Korb quillt. Oder ihr T-Shirt nicht gebügelt ist. Auch hier gilt: Konzentrieren Sie sich auf ein paar wenige Sachen, die für Sie wichtig sind. Ich könnte mir vorstellen, dass dies aktuell Ihr #Job, die Kids und Ihr Partner sind. Vor vielen Jahren meinte eine Kundin: «Anstelle von Stock-Fotos sollten Sie viel lieber Bilder von Ihnen aus dem Homeoffice auf Ihrer #Website zeigen.» Ich kann Ihnen versichern: Solche Bilder wollen Sie nicht sehen! ;-)

#Organisation ist alles. Strukturieren Sie Ihre #Arbeitswoche frühzeitig. Setzen Sie sich mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin an den Tisch und planen Sie die einzelnen Arbeitstage. Wer schaut wann zu den Kindern, wer arbeitet, wer erledigt die Einkäufe? Auch wenn das langweilig klingt: Am einfachsten läuft es, wenn die Wochen immer gleich strukturiert sind. Sie werden sehen, so lässt sich das Arbeiten im Homeoffice um einiges entspannter angehen. All jenen, für die «Routine» ein Schimpfwort ist, kann ich versichern: Unvorhergesehenes gibt es immer wieder und kann einen ganzen Tag auf den Kopf stellen.

Schaffen Sie #Blockzeiten. Glauben Sie mir: Mehrere Sachen gleichzeitig zu erledigen, funktioniert nicht. Schaffen Sie sich #Zeitfenster, während denen Sie sich auf konkrete Arbeiten #fokussieren. Beispielsweise abends von 20 bis 22 Uhr konzentriert einen Artikel schreiben, wenn Ihr Mann die Kinder hütet. Oder diese schon im Bett sind. Oder widmen Sie sich von 8 bis 10 Uhr nur Ihren Kindern. Ihr Alltag wird sich so merklich entspannen. Und: Das schlechte Gewissen verschwindet, dass man wohl viel angefangen, aber nichts zu Ende gebracht hat. Auch ohne Kinder ist zu Hause übrigens für genügend #Ablenkung gesorgt: Putzen, die Wäsche bügeln, mit der Katze schmusen oder im Internet für die nächsten Ferien surfen. Auch hier gilt: Dafür ist erst nach einem «Arbeitsblock» Zeit.

Bitten Sie um Hilfe. In Zeiten von Corona ist es nicht einfach, Hilfe einzufordern. Und doch gibt es Dinge des Alltags, die Sie delegieren können. Möglicherweise lässt sich der Einkauf in der Nachbarschaft organisieren? Oder bestellen Sie in der aktuellen Situation halt online – vielleicht sogar gemeinsam mit den Kindern. Oder bitten Sie Ihren Partner, das Abendessen zu kochen.

Krempeln Sie Ihren gewohnten Tagesablauf um. Homeoffice mit Kindern verlangt, dass Sie Ihren gewohnten Tagesablauf umkrempeln. Versuchen Sie, eher frühmorgens oder abends Dinge zu erledigen, für die Sie sich eine Weile konzentrieren müssen. Denn was garantiert nicht funktioniert: gleichzeitig arbeiten und Kinder hüten.

Achten Sie auf Ihre #Gesundheit. Sie werden gesundheitlich nicht lange durchhalten, wenn Sie bis Mitternacht arbeiten und morgens um 5 Uhr bereits wieder auf den Beinen sind. Nur weil dann Ihre Kinder im Bett sind, und Sie in Ruhe arbeiten können. Planen Sie Pausen ein. Unternehmen Sie bewusst einen kurzen #Spaziergang in der Natur, am besten zusammen mit den Kindern. Sie werden danach mit viel mehr Energie wieder ans Werk gehen.

Bleiben Sie gelassen

Als Geschäftsführerin im Homeoffice-Dauerzustand muss ich etwa für Telefonate mit Kunden für Ruhe sorgen. Oder Meetings so legen, dass ich wieder zu Hause bin, wenn die Kinder einen Chauffeur für ihre #Freizeitaktivitäten brauchen. Aktuell bin ich aber umgeben von ganz vielen Homeoffice-Greenhorns wider Willen. Da haben alle Verständnis, wenn es zu Hause etwas unstrukturiert zu und her geht, wenn während eines Calls ein Kind ruft, dass es Pipi muss, oder im Hintergrund die Spielzeugeisenbahn durch die Wohnung pfeift. Bleiben Sie gelassen, wir sitzen aktuell alle im gleichen Boot!

Wie planen Sie aktuell Ihren Alltag? Schreiben Sie mir. Und helfen wir uns so gegenseitig in dieser extrem herausfordernden Zeit. Und bleiben Sie gesund!

Zur Person
Ruth Hardegger-Wickli ist Geschäftsführerin von etextera, der Agentur für Text und Design. Sie schloss ihr Studium der Wirtschafts-wissenschaften mit Schwerpunkt Marketing sowie das CAS PR-Redaktor ab. Fast 20 Jahre lang war sie in Kommunikation und PR grosser Unternehmen tätig, bevor sie 2010 zusammen mit ihrem Mann die Textagentur etextera gründete. etextera beschäftigt gut ausgebildete Freelancerinnen, die meisten davon arbeiten im Homeoffice.

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