7 Fragen an Annekatrin Michler

08.05.20


Geschäftsführerin von Die Ändertainerin®

1.      Welches Zitat berührt Sie besonders und weshalb?
«Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.» (Martin Luther)
Bei meiner Arbeit, insbesondere aktuell, erlebe ich, dass viele immer wieder Worst-Case-Szenarien entwickeln. Das nenne ich Nestbau. Dadurch kommen wir oft nicht ins wirksame Tun.

2.      Welches war der glücklichste Moment in Ihrem Leben?
Für mich gibt es diesen nicht pur – oft paare ich ihn mit Dankbarkeit. Die Geburt meiner Kinder, Menschen begegnen, jetzt als Oma, das Zwitschern der Vögel im Frühling, eine Geste, ein Aha-Erlebnis meiner Seminarteilnehmenden und ein Lachen, wenn ich Theater spiele. Das alles macht mich glücklich, und ich bin dankbar dafür. Das trägt mich auch durch die derzeitige Lebensphase.

3.      Welches war Ihr schwierigster Moment, und welche Lehren haben Sie daraus gezogen?
Für mich war der Umgang mit der politischen Wende 1989, das Ankommen in der neuen Welt, sehr schwierig. Altes loslassen und aushalten, dass meine Heimat nur als negativ und bedrohlich angesehen wurde. Das war ein Prozess, für den ich heute dankbar bin. Und derzeit ist es wie ein Déjà vu – wieder neu starten?

4.      Was tun Sie, wenn an einem Tag alles schiefläuft?
Ich lege mich in die Badewanne oder fahre zu meinem Ort, der mich erdet – einem Wald oder zu unserem Familienanwesen mit einem grossen Nussbaum.

5.      Haben Sie ein Rezept, um mit schwierigen Menschen umzugehen?
Ich nehme Menschen an, wie sie sind. Zuerst sage ich: «Aha, so bist du.» Ich werte nicht gleich und verschwende keine Energie, diesen zu überzeugen bzw. beziehe die Reaktion nicht auf mich. Was ich tue: Ich zeige meine Haltung und sage auch mutig «Stopp».

6.      Sie wurden bestimmt schon mal ins kalte Wasser geworfen. Wie haben Sie die Situation gemeistert?
Der Start meiner selbstständigen Tätigkeit in Ostdeutschland war der Sprung ins kalte Wasser pur. Ich lehre Kommunikation und Veränderung über das Spiel, die Verfremdung und die Interaktion. Das kam am Anfang im Osten nicht gut an. Das habe ich verändert: den Druck rausgenommen, bin mir treu geblieben, habe Unterstützer gefunden, Tatsachen geschaffen und Businesstheater, Impro und Psychodrama im Business als nachhaltig wirkend durchgesetzt.

7.      Wer oder was inspiriert Sie?
Menschen, ihre Geschichten und Widerstände. Warum möchte ein Mensch bei Veränderungsprozessen nicht mitmachen? Mich inspirieren alle Begegnungen als Angebot zum Spiel, nicht zum Kampf. Dann beginnt die Gestaltung, nicht die Zerstörung. Mich inspirieren nicht vorhersehbare Situationen. Sie animieren mich zu reflektieren und damit zum Lernen.

 

Zur Person
Annekatrin Michler ist Ändertainerin®, Veränderungsbegleiterin, Rednerin, Teamentwicklerin, Systemischer Coach, Diplomkulturwissenschaftlerin, Macherin und Expertin für Kommunikation sowie Vizepräsidentin der IHK zu Leipzig. Im Jahr 2009 hat sie die Marke: Die Ändertainerin® gegründet. Annekatrin Michler und ihr Team stehen den Kundinnen und Kunden mit dem Ändertainment®-Prinzip steht zur Seite. Damit nehmen sie bei Veränderungen in Organisationen die Schwere, das Hemmende und das Problematische. Das Prinzip unterstützt, wenn Prozesse oder Mitarbeitende blockiert sind, wenn Widerstand und Emotionen die Sicht auf das Neue verstellen. Dabei treffen kreative Ansätze auf Methoden des Managements. Systemisches Denken trifft auf Rollenspiel. Ihre Reden schaffen Klarheit, wirksame Bilder, zeigen anwendbare praktische Lösungen, berühren und sind von grossem Unterhaltungswert. Diese Herangehensweise wird beim Aufarbeiten der derzeitigen Corona-Ereignisse gefragt und förderlich sein.

Redaktion: Text-  und Designagentur etextera
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