7 Fragen an Martin Zwahlen

14.10.20


Inhaber von Rechtsberatung + Mediation

1.   Welches Zitat berührt Sie besonders und weshalb?
«Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.» (Rumi)
Als Mediator erlebe ich immer wieder, dass Leute lange darüber streiten, wer von ihnen recht hat. Dabei ist es oft nur eine Frage der Betrachtungsweise. Bei zwischenmenschlichen Fragen gibt es keine absolute Wahrheit. Nach Lösungen zu suchen, macht mehr Sinn. Was ist wichtiger: Recht zu haben oder in Frieden leben zu können?

2.   Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?
Wenn ich Personen, die ich beraten habe, später treffe und sie mir erzählen, dass es ihnen besser geht. Dank der Selbstständigkeit kann ich Aufträge ablehnen oder beenden, wenn ich kein gutes Gefühl habe oder das Ziel nicht vertreten kann. Wichtig ist mir auch Abwechslung. Deshalb arbeite ich als Anwalt, Mediator, Ombudsmann und Fachrichter im Familien- und Arbeitsrecht.

3.   Was haben Sie sich zu einer festen Angewohnheit gemacht?
Menschen vorurteilslos anzuhören und ohne vorher die Akten zu konsultieren. Aufmerksam beiden Parteien zuzuhören, bevor ich mir eine Meinung bilde. Lösungen zu suchen, die nicht nur rechtlich, sondern auch menschlich stimmen. Auch, wenn ich dabei weniger verdiene. Die Parteien animieren, selbst eine Lösung zu finden, statt ihnen eine vorzuschlagen.

4.   Wann lassen Sie den Kopf, wann den Bauch entscheiden?
Beim Abklären rechtlicher Fragen sowie beim Formulieren von Klagen oder Vereinbarungen brauche ich den Kopf. Viele Fälle haben auch eine zwischenmenschliche Ebene. Die ist auch wichtig. Bei deren Lösung achte ich auf das Bauchgefühl. Eine wichtige Eigenschaft eines Mediators ist, auch das zu «hören», was die Parteien nicht sagen, sondern denken. 

5.   Haben Sie ein Rezept, um mit schwierigen Menschen umzugehen?
Ihnen Raum und Aufmerksamkeit zu geben, um Ihre Anliegen zu äussern. Anzuerkennen, dass sie es schwer haben und dass auch ich nicht eine einfache Lösung habe. Hilfreich ist oft auch, sie zu fragen, was sie gern mögen, oder sie für etwas zu loben.

6.   Wann kommen Ihnen die besten Ideen?
Wenn ich gar nicht danach suche. Zum Beispiel auf dem Heimweg oder bei Gartenarbeiten. Schwierige Probleme lasse ich über Nacht liegen, so kann das Unterbewusstsein wirken. Oft finde ich am nächsten Tag eine Lösung.

7.   Dachten Sie früher, dass Sie einmal das tun werden, was Sie heute tun.
Nein. Als ich mit meinem Studium angefangen habe, wollte ich Anwalt werden. Während der Gerichts- und Anwaltspraktika habe ich gemerkt, dass mir die rein rechtliche Tätigkeit nicht zusagt, weil sie zu formalistisch ist. Deshalb habe ich beim Bundesamt für Flüchtlinge gearbeitet. Erst später bin ich auf Mediation gestossen. So kann ich den Kundinnen und Kunden rechtlich und menschlich helfen.

 

Zur Person
Martin Zwahlen ist Rechtsanwalt und Mediator (Schweizersicher Dachverband Mediation) und seit dem Jahr 2000 Inhaber von Rechtsberatung + Mediation. Seine Kernkompetenzen umfassen die anwaltliche Rechtsberatung und -vertretung im Arbeits- und Familienrecht. Wenn möglich, löst er Konflikte durch Mediation. Zudem ist er Ombudsmann für Mitarbeitende von Organisationen. Bei seiner Arbeit bezieht er die menschlichen Aspekte mit ein. Zu geringen Kosten bietet er Erstberatungen, um die Chancen zu beurteilen.

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