7 Fragen an Ulrike Angermann

08.02.21


Inhaberin von PITT – Praxis-Institut für systemische Traumaarbeit, Trauma & Sport

1.   Welches Zitat berührt Sie besonders und weshalb?
«If plan A didn’t work the Alphabet has 25 more letters – stay cool!» von Claire Cook. Es hilft mir, privat und beruflich. Wenn mal etwas anders läuft als gedacht, holt mich dieser Spruch wieder runter, und die Ideen für Plan B und notfalls auch Plan C kommen garantiert.

2.   Haben Sie früher gedacht, dass Sie einmal das tun werden, was Sie heute tun?
Überhaupt nicht. Durch einen familiären Schicksalsschlag habe ich mein altes Leben an den Nagel gehängt und bin neu durchgestartet. Dabei hat mir eine gute Resilienzfähigkeit – die man übrigens lernen kann – geholfen. Durch sie entwickelt man funktionierende Lösungsstrategien und kommt gestärkt aus Krisen heraus.

3.   Arbeitszeit und Privatleben verschwimmen in vielen Berufen immer mehr. Wie schützen Sie sich vor ständiger Erreichbarkeit?
Meiner Meinung nach müssen das alle für sich selbst verantworten. Ich gehe ab 19 Uhr nicht mehr ans Telefon. Ab und zu gibt es einen 15-Stunden-Tag, das ist aber die Ausnahme. Gerade im therapeutischen Bereich wird man häufig von Nachbarn, Freunden und Fremden auf Probleme angesprochen. Hier heisst es ganz klar: Grenzen setzen und klar machen, dass man sich grad in der Freizeit oder im Wochenende befindet.

4.   Was tun Sie, wenn an einem Tag alles schiefläuft?
Abends ein kaltes Bier und Schokolade helfen immer.

5.   Wie starten Sie in den Tag?
Mit einem langen Spaziergang mit dem Hund und anschliessend einem gemütlichen Kaffee. Danach kann es losgehen. Starte ich einen Tag stressfrei, kann mich nichts mehr umhauen.

6.   Haben Sie ein Rezept, um mit schwierigen Menschen umzugehen?
Schwierige Menschen verursachen Stress. Wichtig ist, sich den eigenen Grenzen bewusst zu sein und diese auch deutlich zu machen. Aber auch, sich emotional zu distanzieren. Sonst reagiert man aus der Wut heraus und das Gegenüber hat die Oberhand. Und wenn man weiterhin mit diesem Menschen zu tun hat: vergeben aber nicht vergessen.

7.   Wie füllen Sie Ihre Kraftreserven auf?
Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn ich mir mehr Energie wünsche, muss ich herausfinden, welche (negativen) Energien mir die Kraft rauben. Zuerst müssen wir uns den Druck nehmen. Unser Warnsystem im Gehirn ist darauf ausgerichtet, schnell auf Gefahren zu reagieren. Aus diesem Grund nehmen wir negative Gefühle bewusster wahr. Die netten Dinge des Alltags sehen wir häufig gar nicht mehr. Bei mir hilft: ab in die Natur, mit langen (Strand-)Spaziergängen. Und zwar ohne Handy.

 

Zur Person
Ulrike Angermann ist systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin, Traumapädagogin, Mediatorin und ausgebildet im therapeutischen Boxen. Seit dem Jahr 2012 führt sie ihr Unternehmen PITT – Praxis-Institut für systemische Traumaarbeit, Trauma & Sport. Ulrike Angermann bietet Weiterbildungen für Fachkräfte aus dem sozialen Bereich rund um das Thema Trauma sowie Familienmediation an. Konkret: zertifizierte/r Traumapädagoge/in, zertifizierte/r systemische/r Traumatherapeut/in, Mediator/in Familienmediation, Basiswissen in Traumapädagogik, systemische/r Deeskalationstrainer/in sowie BoxCoach (therapeutisches Boxen).

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