7 Fragen an Katja Vittinghoff

07.07.21


Inhaberin von kv&p Unternehmensberatung

1.   Was ändert sich in der Arbeitswelt nach Corona?
Homeoffice wird bleiben und Bürowelten werden zu «Sozial- und Erlebnisräumen», in denen Identifikation mit dem Arbeitgeber stattfindet. Informeller Austausch bleibt wichtig und wird organisiert stattfinden. Auch soziales Lernen (Learnability) gewinnt an Bedeutung.

2.   Mit welcher Haltung und welchem Verhalten können Führungskräfte den digitalen Wandel erschweren?
Zum Beispiel, wenn sie Einstellungen wie die folgenden haben: «Ich gehe ohnehin bald in Rente – sollen sich meine Nachfolger*innen damit beschäftigen», «Was soll sich schon gross ändern, wenn es jetzt remote und digital weitergeht?» oder: «Die Mitarbeitenden werden sich schon melden, wenn sie was brauchen.»

3.   Welche Fehler erleben Sie zurzeit auf Führungsebene?
Zum einen verwechseln Führungskräfte Selbstorganisation mit Autarkie, zum anderen verschlafen sie die stille Revolution der neuen Arbeitswelt. Angst bleibt ein Tabuthema: Führungskräfte gestehen (sich) selten persönliche Befürchtungen ein. Genau das wäre jedoch hilfreich, um mutig Veränderungen anzustossen. Einige Führungskräfte sehen sich zudem nur als Teil der Lösung, nicht aber als Teil des Problems.

4.   Digital führen – wie kann das gehen?
Indem man das eigene Mindset im Umgang mit digitalen Medien hinterfragt und über Ziele statt über Zeit führt. Zudem hilft es, aktiv den persönlichen Kontakt zum Team und zu den Einzelnen halten. Sei dies in Form von täglichen Gesprächen, digitalen Cafés oder After-Work-Veranstaltungen.

5.   Welche Tipps geben Sie, um ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen?
Mache dir klar, was du wirklich erleben und erreichen möchtest. Schaffe Reflexionsräume und umgebe dich mit Menschen, die dir den Spiegel vorhalten. Lasse Ziele und Menschen los, die dir nicht guttun und lasse Liebe dein stärkstes Gefühl sein.

6.   Wann kommen Ihnen die besten Ideen?
In herrlich alltäglichen Situationen. Etwa wenn ich im Auto einen Podcast höre, wenn ich die Haare föhne oder in Gesprächen mit anderen. Manchmal aber auch, wenn ich mir zukünftige Szenarien vorstelle und merke, wie unterschiedlich sie sich anfühlen.

7.   Was haben Sie sich zu einer festen Angewohnheit gemacht?
Ich spende Geld und Zeit – zum Beispiel an Pro-Bono-Projekte – und besetze mindestens ein Ehrenamt. Beruflich gehört auch ständige Weiterbildung bzw. Intervision mit Kolleg*innen dazu. Privat übe ich mindestens ein Hobby aus, das mich aus der Komfortzone bringt. Früher war es Tango Argentino, aktuell ist es Singen.

 

Zur Person
Katja Vittinghoff ist Dipl. Psychologin, Organisationsentwicklerin, Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung, Executive Coach, Lehrender Coach, NPL-Master und Lehrende Beraterin. Seit dem Jahr 2003 ist sie in ihrem Unternehmen, kv&p Unternehmensberatung, tätig. Gemeinsam mit ihrem Team begleitet sie Organisationen in ihren Veränderungsthemen. Anlässe dazu können sein: Strategieentwicklung, Umstrukturierungen, Digitalisierung der Arbeitswelt oder Entwicklung der Unternehmenskultur. Die Fachleute unterstützen auch beim Aufbau crossfunktionaler Teams und beim ortsunabhängigen Führen.

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