7 Fragen an Sophia Lange-Chin

19.07.21


Alleinunternehmerin bei MemoCreArt

1.   Welches Zitat berührt Sie besonders und weshalb?
«Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füsse.» (Martin Walser) Seit 20 Jahren ist mir dieses Zitat ein treuer Wegbegleiter. Wende ich diesen Satz zunächst auf Schritte im Aussen an, erfahre ich zunehmend, dass es nicht unbedingt eines physisch sichtbaren Gehens bedarf. Innere Klärung bringt innere Ausrichtung – und schiebt den Weg unter die Füsse.

2.   Welches war Ihr schwierigster Moment, und welche Lehren haben Sie daraus gezogen?
Der war im Zusammenhang mit der Geburt unseres Jüngsten. Die Lehren, die ich daraus zog: Es ist von unschätzbarem Wert, einen Menschen um dich zu haben, der dir aus eigener und gelebter Erfahrung heraus sagen kann, was möglich ist. Und der deiner dir innen wohnenden Kraft vertraut und diese bestärkt.

3.   Wann lassen Sie den Kopf, wann den Bauch entscheiden?
Mein Kopf sammelt sehr gerne Fakten, ordnet und kategorisiert diese in Schaubilder oder Tabellen. Entscheidungen trifft danach mein Bauch. Dabei kann es auch vorkommen, dass das Gesammelte und Sortierte komplett über den Haufen geworfen wird. Mein Kopf neigt dazu, Druck aufzubauen und etwas zu sehr zu wollen. Mein Bauch entscheidet darüber, ob der Druck und das Wollen noch angemessen sind.

4.   Haben Sie ein Rezept, um mit schwierigen Menschen umzugehen?
Ich denke, es gibt keine schwierigen Menschen, sondern nur Menschen, die sich schwierig verhalten. Auch mag einer jemanden als schwierig wahrnehmen, während ein anderer denselben Menschen als Wohltat empfindet. Meiner Erfahrung und Überzeugung nach haben starke Gefühle, die andere Menschen in uns auslösen, mit uns selbst zu tun.

5.   Sie wurden bestimmt schon mal ins kalte Wasser geworfen. Wie haben Sie die Situation gemeistert?
Mein Mutterwerden und -sein entspricht wohl am meisten meinem Gefühl des Wurfs ins kalte Wasser. Niemals hätte ich mir ausmalen können, was es bedeutet, Mutter zu sein und zu welchen Entwicklungssprüngen diese kleinen Wesen beflügeln und antreiben. Meine wichtigsten Werkzeuge auf dem Weg: unbedingte Ehrlichkeit mir selbst gegenüber und Urvertrauen.

6.   Wer oder was inspiriert Sie?
Menschen, an denen ich ablesen kann, wie friedliches, offenes, achtsames, umsichtiges, respektvolles, liebevolles Miteinander gelebt wird. Am meisten faszinieren mich hier derzeit Menschen mit Kindern. Ich denke, die Art und Weise, wie Menschen ihren Kindern begegnen, ist der unverhüllte und unverhohlene Spiegel auf ihr Menschen-, Gesellschafts- und Weltbild.

7.   Wann kommen Ihnen die besten Ideen?
In Pausen oder während einer Meditation. Alleine wandernd. In einen Bach blickend. Tatsächlich kommen mir auch gute Ideen, wenn ich mal in Ruhe putzen kann. Ich mag den Vorgang des Putzens. Er ist meditativ, und ich schätze die Symbolik darin.

 

Zur Person
Sophia Lange-Chin ist Diplom-Illustratorin und Tanzpädagogin. Im Dezember 2019 hat sie MemoCreArt gegründet. Sie begleitet Menschen dabei, ihr Leben oder ihre Lebensabschnitte zu sammeln und zu sortieren. Daraus entstehen künstlerische Produkte wie zum Beispiel Bücher, Bilder oder Spiele. Der Blick zurück kann den Blick nach vorne öffnen.

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