7 Fragen an Achim Dohl

29.09.21


Gründer, Interim Manger, Geschäftsführer und COO bei DasLab GmbH

1.   Welche Schritte muss ich tun, um erfolgreich ins Unternehmertum zu starten?
Es braucht eine Idee, die einen Bedarf weckt, erfüllt oder ein Problem löst. Diese Value Proposition muss ich immer wieder hinterfragen und weiterentwickeln. Und das «Warum» beantworten: Kund*innen oder Geldgebende kaufen lieber eine Story als nur ein Produkt oder eine Dienstleistung. Gut ist auch, die erste Version einer Vision und einer Mission zu formulieren. Und falls die Idee patentierbar ist, lohnt sich der Weg zum Patentanwalt oder zur Patentanwältin. 

2.   Welches sind aus Ihrer Sicht die häufigsten Fallstricke, mit denen sich Jungunternehmer*innen auseinandersetzen müssen?
Diese ergeben sich aus der Persönlichkeit: Perfektionisten werden ein Produkt vollumfänglich bauen wollen. So brauchen sie zu viel Zeit und Geld. Besser ist es, mit einem «minimal viable product» zu starten. Zum Beispiel nur eine gute Demo bauen, um Partner*innen und Investor*innen zu finden. «Think Big», denn eine zu klein dimensionierte Sichtweise scheint für diese weniger attraktiv. 

3.   Wie gehe ich mit dem emotionalen Druck um, der plötzlich auf meinen Schultern lastet, selbst für mein Geld aufkommen zu müssen?
Am Anfang klar formulieren, wie viel Zeit und Geld ich einsetzen kann. Je weniger existenziell der Einsatz ist, desto weniger Druck entsteht. Nehmen Sie eine Auszeit von sechs Monaten und beginnen Sie mit einem kleinen Budget. Manchmal reicht es, auf einen Urlaub oder ein Auto zu verzichten. Auch eine Existenzgründung aus Fördermitteln ist denkbar. 

4.   Wie stelle ich mein Unternehmen auf ein solides finanzielles Fundament?
Je überzeugender die Value Proposition und die Person, die diese vorantreibt, desto einfacher ist es, Investor*innen für die Gründung zu finden. Von Beginn an dreht sich in einem Start-up alles um die Finanzierung, das Produkt oder die Dienstleistung und die Vermarktung. Es bietet sich an, für diese drei Bereiche kompetente Persönlichkeiten zu finden, die miteinander die Vision und die Mission teilen.

Derzeit ist bei Investor*innen Geld im Überfluss vorhanden. Die Person, die sich um die Finanzierung und um Investor*innen kümmert, hat bereits ein entsprechendes Netzwerk und wird kontinuierlich für die jeweiligen Wachstumsschritte benötigt.

5.   Wie finde ich als Unternehmer meine Nische?
Den Sweetspot zu finden ist essenziell. Die Marktrecherche und Gespräche mit Investor*innen stellen die Marktnische immer wieder auf den Prüfstand. Mit jedem Gespräch wird sie deutlicher erarbeitet. Je kompetenter die Gesprächspartner, desto mehr gilt es zuzuhören und anzupassen. 

6.   Wie gelingt es mir, mögliche Investor*innen von meinem Produkt zu überzeugen?
Wer «Think Big» nicht glaubwürdig transportieren kann, benötigt Partner*innen, die das übernehmen. Eine gute Idee bleibt eine gute Idee, auch wenn man sie nicht erfolgreich verkaufen kann. Der beste Softwareentwickler ist wahrscheinlich kein guter Finanzexperte. Das Gründerteam zu vergrössern und so die Kernkompetenzen zu erweitern, wird von Investor*innen honoriert. 

7.   Was spricht für den Beizug eines Investors oder einer Investorin? Oder soll ich mein Unternehmen selbst finanzieren?
Eine Investorin, ein Investor stellt die richtigen Fragen und prüft die Value Proposition. Wenn jemand bereit ist, Geld zu investieren, bewertet sie/er auch automatisch die Attraktivität der Idee . So weiss ein/e Gründer*in, dass es der richtige Weg ist. Geld ist billig und im Überfluss vorhanden. Es wäre töricht, nur eigenes Geld zu verwenden. «Think Big» geht am besten mit fremdem Geld.

 

Zur Person
Der Diplom-Ingenieur Achim Dohl ist als Interim Manager mit dem Schwerpunkt Operations tätig. Bei Unternehmen sorgt er für digitale Transformation in Entwicklung und Operations. Seit über 20 Jahren erzielt er in seinen anvertrauten Projekten profitables Wachstum. Dies ist das Ergebnis kontinuierlicher Verbesserungen und seiner Leadership-Philosophie, die die Stärken der Gemeinschaft in den Vordergrund stellt. Im Jahr 2020 hat er die DasLab GmbH mitgegründet, wo er als Interim Manager begonnen hat und heute als Geschäftsführer und COO tätig ist. DasLab bietet eine einfach vernetzte Healthcare-IT-Plattform mittels einfachen, flexiblen und sicheren digitalen Workflows für medizinische Tests und Impfungen. Es vereinfacht das Leben von Patient/innen, Ärztinnen und Ärzten sowie Laboren. Zudem befähigt das Tele-Health-Ökosystem zu starkem Wachstum – in wenigen Monaten sind auf der Plattform 250 000 Tests realisiert worden.

 

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