7 Fragen an Maria Thanhoffer

12.05.22


Eigentümerin und Leiterin der Akademie für Körpersprache

1.   Was inspiriert Sie?
Menschen mit ihren Eigenheiten, Stimmen, Bewegungsmustern und -rhythmen. Wir alle erzählen mit unserem So-sein-wie-wir-sind unsere bisherige Erfahrungsgeschichte. Wie wir ticken, wie wir höchstwahrscheinlich an Aufgaben und Situationen herangehen werden und wie wir mit anderen Menschen umgehen. 

2.   Wann kommen Ihnen die besten Ideen?
In entspannten Momenten, zum Beispiel unter der Dusche, in der Küche oder bei angeregten Gesprächen. Und glücklicherweise während des Arbeitens, sobald ich in den Flow gleite, was meist ganz rasch geschieht. In der Interaktion mit den Teilnehmenden kommen die guten Ideen ganz von selbst. 

3.   Wie hat die Pandemie Ihre Arbeit beeinflusst?
Die Pandemie hat meine Arbeit stark beeinflusst! Das virtuelle Gespräch ermöglicht es, sich leichter zu öffnen, heikle, sehr persönliche Dinge anzusprechen. Remote zu arbeiten, heisst aber: Alle sitzen allein in ihrem Kämmerchen, die anderen «berühren» uns nicht, sie teilen nicht den Raum mit uns. Das löst automatisch ein anderes Verhalten aus. 

4.   Welche Eigenschaften soll ein:e künftige:r Unternehmer:in mitbringen?
Menschliche Qualität, da sie wortlos das Betriebsklima gestaltet. Ist das mässig, nicht auf wohlwollendes Miteinander ausgerichtet, gehen die guten Leute weg. Soziale Kompetenzen werden immer gefragter. Sie wachsen und entwickeln sich über Jahre durch Gelingen und Scheitern im Austausch mit anderen. 

5.   Wie wichtig ist es, über die Wirkung der eigenen Körpersprache Bescheid zu wissen?
Vor allem für Führungskräfte ist das Bewusstsein über die Wirkung des eigenen Movetalks hoch relevant. «Die Worte hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube» (Goethe). Worte ohne innere Deckung sind unglaubwürdig. Der Movetalk erzählt unsere innere Haltung, macht uns glaubwürdig oder straft uns Lügen.

6.   Welche Rolle spielt die Körpersprache bei Konflikten?
Eine enorm grosse! Emotionen drücken wir durch Körper und Stimme aus, Konflikte bergen Emotionen. Um die eigene Handlungs- und Argumentationsfähigkeit zu erhalten, ist es wichtig, sich selbstbestimmt eines moderaten Movetalks bedienen zu können. Das will geübt sein! Sonst trudeln wir fremdbestimmt. 

7.   Ist es wichtiger, sich mit der eigenen Körpersprache auseinanderzusetzen oder die anderen zu lesen?
Unbedingt bei sich anfangen! D. Goleman sagt in «Emotionale Intelligenz»: «Ein gutes Miteinander beginnt immer bei mir selbst.» Über meine Movetalks und meine Wirkung, gut Bescheid zu wissen, hilft, meine Reaktionen situativ dem erwünschten Ziel des Gesprächs anzupassen und Missverständnisse zu vermeiden.

 

Zur Person
Maria Thanhoffer hat viele Jahre am Max Reinhardt Seminar in Wien und am Internationalen Management Institut Hernstein unterrichtet. Sie ist unter anderem ausgebildet in Tanzpädagogik, Pantomime, Körpersprache, Systemischer Organisationsberatung, Feldenkrais®-Methode und Gestalttherapie. Im Jahr 2013 hat sie die Akademie für Körpersprache gegründet. Die Akademie bietet Trainings und Einzelcoachings für Führungskräfte. Aber auch Trainings für kompetente Frauen in Unternehmen und an Universitäten, um deren Auftreten von Movetalk-Frauenfallen zu befreien. Für Unternehmen gibt es zudem Movetalk® -Trainings vor Ort.

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