7 Fragen an Stefan Beutel

21.01.23

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Inhaber von Stefan Beutel, Coach, Supervisor und Personalentwickler

1.   Was ist das Verrückteste, das Sie je getan haben?
Da fällt mir einiges ein – hier ein Beispiel aus meiner Jugend: Mit Geburtsjahr 1976 gehöre ich wohl zu den letzten Zeitzeugen des DDR-Regimes. Als Zwölfjähriger bin ich mal mit einem Freund nachts in unsere Schule eingestiegen und habe Freiheitsparolen an Tafeln und Wände gemalt! Es war in einer Nacht von Samstag zu Sonntag – am Montagmorgen war bereits alles entfernt.

2.   Welches war Ihr schwierigster Moment, und welche Lehren haben Sie daraus gezogen?
Diese Momente entfalten ja erst im Rückblick ihren Gewinn und ihre Kostbarkeit: Einer dieser Momente ist bei mir die Erfahrung von Machtmissbrauch und Mobbing im Jobkontext. Mich damals entschieden zu haben, dort erfolgreich durchzugehen und eine innere positive und starke Haltung zu entwickeln, hat mich fürs Leben geprägt.

3.   Wenn Sie das Rad der Zeit zurückdrehen könnten: Was würden Sie heute anders machen?
Da fällt mir (u. a.!) ein besserer Fokus in meiner Jugend ein: Was habe ich die Zeit vergeudet! Kennt das irgendjemand?!

4.   Welche Tipps geben Sie, um ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen?
Hier würde ich eher persönliche Erkenntnisse und positive Erfahrungen anbieten: Mir gibt mein christlicher Glaube im Alltag Kraft, Hoffnung und Frieden. Zudem sollte man auf sein Bauchgefühl hören, also eine innere Gewissheit bzw. einen inneren Frieden haben. Mein Handeln sollte für mich stimmig und im Einklang mit meinen Überzeugungen sein. Dafür braucht man zum einen das Wissen darüber und die innere Sensibilität, es wahrzunehmen. Zum anderen benötigt man auch das eigene Standing, die daraus resultierende Entscheidung durchzuziehen.

5.   Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne mal zu Abend essen und warum?
Corri Ten Boom – eine holländische Widerstandskämpferin im 2. Weltkrieg. Sie überlebte ein deutsches KZ. Für mich ist sie ein Vorbild darin, Vergebung zu leben und für eigene Werte einzustehen.

6.   Sie wurden bestimmt schon mal ins kalte Wasser geworfen. Wie haben Sie die Situation gemeistert?
Nicht nur einmal ist mir das passiert. Im «kalten Wasser» unterscheide ich zwischen Interessen- und Einflussbereich, wobei ich mich auf das Zweite konzentriere. Mit solchen Situationen kann ich ganz umgehen, bewahre Ruhe, fokussiere mich auf das Gestaltbare und setze Prioritäten.

7.   Welches sind aus Ihrer Sicht die häufigsten Fallstricke, mit denen sich Jungunternehmer:innen auseinandersetzen müssen?
Das ist eine so wichtige Frage – aus Leitungssicht vielleicht die wichtigste. Im letzten Jahr habe ich dazu eine Veranstaltung durchgeführt und plane derzeit eine Fortsetzung. Es ist mir ein Herzensanliegen. Es gibt drei Fallstricke, die generell jede Leitung betreffen: Geld, Macht, Beziehung! Jede/r hat damit in unterschiedlichem Maße zu tun – jede/r muss sich dazu positionieren, entscheiden und auch schützen! Die nächste Generation möchte ich darin gewinnbringend begleiten, beraten und unterstützen.

 

Zur Person
Stefan Beutel verfügt über Diplome als Sozialwissenschaftler und Sozialpädagoge. Zudem besitzt er einen Abschluss als systemischer Supervisor und Coach (DGSv-zertifiziert). Zehn Jahre war er als Geschäftsführer in einem Sozialverband berufen. Heute ist er als selbstständiger Coach, Supervisor und Personalentwickler tätig – dies sowohl in Präsenz als auch online. Stefan Beutel ist ein Ermutiger und unterstützt auf dem Weg zum Ziel. So sollen Einzelpersonen ihre Ziele erreichen und ihr Potenzial entfalten; Gruppen sollen ihre Dynamik sowie ihren Zusammenhalt stärken. Zu seinem Portfolio gehören Leitungs-, Einzel- und Teamcoaching sowie Team-, Fall- und Krisensupervision. Darüber hinaus bietet er Mediation, Personaltraining und -entwicklung sowie Teamschulungen an und berät strategisch.

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