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ChatGPT: Totengräber der Schreibzunft?

14.03.23

Ruth Hardegger-Wickli

Künstliche Intelligenz (KI) hat das Schreiben revolutioniert und stellt nun Texterinnen und Texter vor eine existenzielle Herausforderung: Können sie sich im digitalen Zeitalter behaupten? Oder werden sie von KI-basierten Textgeneratoren wie ChatGPT ersetzt? etextera hat ChatGPT auf den Zahn gefühlt.


Seit Ende 2022 sorgt ChatGPT weltweit für Furore. Egal, ob man Fragen oder Aufgaben stellt, der Chatbot liefert Antworten und generiert mal mehr, mal weniger treffende Texte. Wie wirkt sich das auf den Berufsstand der Texterinnen und Texter aus? etextera hat sich in die Höhle des Löwen gewagt und ChatGPT gefragt.

Textgenerierung mit KI – ihre Grenzen

ChatGPT bestätigt, was wir geahnt haben. Künstliche Intelligenz kann vieles schreiben, doch sie hat ihre Grenzen. ChatGPT sagt unter anderem: «Es gibt viele Aspekte des Schreibens, die von menschlichen Fähigkeiten abhängen, wie die Fähigkeit zur kreativen Textgestaltung, die Fähigkeit, Emotionen in Texten auszudrücken oder komplexe Konzepte und Ideen in leicht verständlicher Sprache darzustellen.» 

Weiter hat er richtig erkannt, dass es für kreatives Schreiben, Fachtexte, Werbetexte, kulturell sensible Inhalte oder Texte mit einer bestimmten Tonalität die Expertise eines Menschen braucht. Auch kann KI aus der virtuellen Welt heraus weder Reportagen schreiben noch Interviews führen oder über einen Anlass berichten. Kurz gesagt, Neues kreieren kann der Chatbot nicht. Er ist nur in der Lage, Bestehendes nach gewünschten Kriterien zu vermischen. Ausserdem: OpenAI, der Entwickler von ChatGPT, räumt ein, dass der Chatbot Fehler machen kann. Somit tut man gut daran, Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und nicht alles für bare Münze zu nehmen, was er herausgibt. 

KI als Hilfsmittel für Texterinnen und Texter

ChatGPT sieht sich als Werkzeug. Wir wollten genauer wissen, wie der Chatbot Schreibende bei ihrer Arbeit unterstützen kann und haben nachgefragt. Er schlägt unter anderem vor:

Wir haben noch weitere Ideen. Der Chatbot unterstützt auch bei der Recherche nach Keywords für suchmaschinenoptimierte Texte. Er dient als Inspiration, wenn man nach alternativen Formulierungen sucht und unterstützt, wenn die gefürchtete Schreibblockade einschlägt.

Sprachlich ist ChatGPT ausbaubar

Unser Fazit: Ob ein Schreibstil gefällt oder nicht, ist Geschmackssache. Es fällt auf, dass sich ChatGPT eher geschwollen und umständlich ausdrückt. Die Sätze sind oft zu lang und zu verschachtelt. Er benutzt viele Modalverben und Abstrakta, also Wörter, die auf -ung, -heit usw. enden. Das ist alles im Widerspruch zu lesefreundlichen, einfach verständlichen und lebendigen Texten. Was die Textqualität angeht, kann er mit guten Texterinnen und Textern nicht mithalten. Als Werkzeug hat er aber durchaus spannende Ansätze. 

 

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