Wissen28.08.2026

Infografik erstellen: So gelingts

Visuelle Information wird schnell verarbeitet – und bleibt lang im Gedächtnis. Gezielt eingesetzt sind Infografiken ein mächtiges Werkzeug in der Kommunikation. Wir zeigen Ihnen, was Sie beim Erstellen einer Infografik beachten sollten.

Catharina Graf

Das Wichtigste in Kürze

  • Infografiken sind ein mächtiges Werkzeug, um komplexe Daten visuell ansprechend und leicht verständlich zu vermitteln. 
  • Studien zeigen, dass visuelle Inhalte 60 000-mal schneller verarbeitet und länger behalten werden als reiner Text.
  • Wichtig sind: eine klare Zielsetzung, präzise Daten, sauberes Design, passende Diagramme und Storytelling.
  • Vorsicht bei der Erstellung von Infografiken mit KI!

Komplexes einfach erklärt: Infografiken verwandeln komplizierte Daten und Zusammenhänge in verständliche, ansprechende und teilbare Inhalte. Studien zeigen, dass wir visuelle Inhalte viel schneller erfassen und verstehen als reinen Text. Sie bleiben auch länger im Gedächtnis – unter anderem darum, weil wir sie direkt mit Emotionen und Erfahrungen verknüpfen. In der Fachsprache nennt man das den Bildüberlegenheitseffekt, der Volksmund weiss das schon lang: Ein Bild zählt bekanntlich mehr als 1000 Worte.

All das macht Infografiken zum unverzichtbaren Werkzeug, um Botschaften klar und einprägsam zu vermitteln – in einer Präsentation, im Jahres- und Geschäftsbericht oder im Kundenmagazin.

Doch Vorsicht: Eine schlecht gestaltete Infografik kann mehr verwirren als aufklären. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie beim Erstellen von Infografiken beachten sollten.

1. Ziel definieren: Was soll die Infografik leisten?

Bevor Sie mit dem Design beginnen, fragen Sie sich:

  • Wen soll die Infografik ansprechen (z. B. Kund:innen, Mitarbeitende, Investor:innen)?
  • Was soll die Infografik vermitteln (z. B. Prozesse, Statistiken, Vergleiche)?
  • Wo erscheint die Infografik (z. B. Website, Geschäftsbericht, Social Media)?

2. Daten gezielt wählen: Was ist die Botschaft?

Infografiken leben von präzisen Daten. Doch damit sie Ihre Botschaft wirklich transportieren, ist weniger ist oft mehr:

  • Beschränken Sie sich auf 3 bis 5 Kernbotschaften. Alles andere überfordert den Betrachter.
  • Nutzen Sie verlässliche Quellen und geben Sie diese an (z. B. BFS, SECO, Branchenstudien). Beispiel: «Laut Bundesamt für Statistik (BFS) stieg der Online-Handel in der Schweiz 2025 um 12 %.»
  • Visualisieren Sie nur, was relevant ist. Die Faustregel lautet: ein Diagramm pro Botschaft.

3. Design: Klarheit vor Kreativität

Eine gute Infografik ist intuitiv verständlich. Hier die wichtigsten Designregeln:

Farben und Schriften

  • Nutzen Sie maximal 5 Farben und achten Sie auf ausreichend Kontrast für Barrierefreiheit.
  • Farbcodierungen sollten konsistent sein (z. B. immer Grün für Wachstum, Rot für Rückgang). 
  • Vermeiden Sie Serifenschriften in digitalen Infografiken – sie sind auf Bildschirmen schwerer lesbar.

Layout und Struktur

  • Führen Sie den Blick: Nutzen Sie Pfeile, Linien oder eine klare Leserichtung (z. B. von oben nach unten).
  • Weissraum ist Ihr Freund. Überladene Infografiken wirken unprofessionell.
  • Gut zu wissen: Die «F-Form» (wichtige Infos oben links) funktioniert besonders gut für westliche Leser:innen.

Diagramm

  • Wählen Sie das richtige Diagramm. Ein Balkendiagramm ist perfekt für Vergleiche, ein Netzwerkdiagramm für die Darstellung von Lieferketten. Eine gute Übersicht finden Sie in den Leitlinien der Financial Times.

Ganz wichtig: Achten Sie darauf, dass die Infografik Ihrem Corporate Branding entspricht.

4. Storytelling: Daten in eine Geschichte verpacken

Auch wenn es auf den ersten Blick um reine Daten und Fakten geht: Die besten Infografiken erzählen eine Geschichte. Holen Sie die Betrachter:innen mit einer spannenden Aussage ab – und nehmen Sie mit auf eine Reise durch Ihre Datenwelt. Ein gutes Format für Storytelling per Infografik ist Scrollytelling: Hier sind Infografiken nicht einfach informatives Beigemüse, sondern eigenständige Erzählmittel, die Leser:innen und Betrachter:innen abholen. 

5. Infografiken mit KI erstellen – ja oder nein? 

Sie müssen heute kein Designer sein, um Infografiken zu erstellen. Mit Einsteigertools wie Canva können Sie innert Sekunden KI-gestützte Visuals erstellen. Auch Claude, ChatGPT und Gemini erstellen in Ihrem Auftrag schnell eine Infografik. Diese sieht auf den ersten Blick meist beeindruckend professionell aus. Doch: 

  • Stimmen die Zahlen und Fakten? KI halluziniert bekanntlich gern – prüfen Sie daher jedes Detail auf Korrektheit. 
  • Entspricht das Grafikdesign auch wirklich Ihrer Markenwelt? Damit sind nicht nur Farben und Fonts gemeint – die gesamte visuelle Sprache muss Ihrer Identität entsprechen.
  • Ist die KI-generierte Infografik barrierefrei? Professionelle Grafiker wissen, wie sie Barrierefreiheit garantieren.
  • Erfüllen Sie mit der Publikation einer KI-generierten Infografik die Transparenzpflicht gemäss dem EU-KI-Gesetz? Umfragen zeigen, dass Konsument:innen KI-erstellten Inhalten zunehmend negativ gegenüberstehen. Verliert Ihre Zielgruppe durch die KI-Kommunikation womöglich das Vertrauen in Ihre Marke?

Infografiken, die wirken

Eine gelungene Infografik ist klar, präzise und zielgerichtet. Sie kombiniert Daten mit Design, macht komplexe Inhalte verständlich und sorgt dafür, dass Ihre Inhalte in guter Erinnerung bleiben. Für Schweizer KMUs sind sie ein mächtiges Werkzeug, um sich von der Konkurrenz abzuheben – vorausgesetzt, sie ist gut durchdacht und professionell erstellt. 

FAQ: Infografiken – häufige Fragen und Antworten

Warum sind Infografiken so effektiv?

Infografiken kombinieren visuelle Elemente mit Daten und Texten, um komplexe Informationen schneller und nachhaltiger zu vermitteln. Studien zeigen, dass wir visuelle Informationen 60 000-mal schneller verarbeiten als reinen Text. Zudem behalten Menschen nach drei Tagen 65 Prozent der visuellen Inhalte im Gedächtnis – im Vergleich zu nur 10 bis 20 Prozent bei reinem Text.

Welche Diagramme eignen sich für welche Daten?

ZweckEmpfohlenes DiagrammBeispiel
VergleicheBalkendiagrammUmsatz nach Quartalen
Anteile/ProzenteKreis- oder RingdiagrammMarktanteile von Wettbewerbern
Entwicklungen über ZeitLinien- oder FlächendiagrammWachstum der letzten 5 Jahre
VerteilungenHistogrammAltersverteilung der Kund:innen
BeziehungenNetzwerkdiagrammLieferketten oder Organigramme

Quelle: FT Visual Vocabulary

Wie gross sollte eine Infografik sein?

Die ideale Grösse hängt vom Verwendungszweck ab:

  • Social Media (z. B. Instagram, LinkedIn): 800–1200 Pixel Höhe (für vertikale Formate wie Stories: 1080×1920 Pixel).
  • Blog oder Website: 1200–2000 Pixel Höhe, um alle Informationen klar darzustellen.
  • Print (z. B. Flyer, Poster): mindestens 300 DPI (dots per inch) für hochauflösende Drucke.

Faustregel: Halten Sie die Infografik so knapp wie möglich, aber so ausführlich wie nötig. Maximal 5 bis 7 Kernbotschaften pro Grafik.

Welche Farben und Schriften sollte ich verwenden?

Farben

  • Maximal 5 Farben pro Infografik
  • Kontraste beachten: dunkle Texte auf hellem Hintergrund (oder umgekehrt) für gute Lesbarkeit
  • Farbcodierung konsistent halten (z. B. immer Grün für Wachstum, Rot für Rückgang)
  • Tool-Tipp: Adobe Color für harmonische Farbkombinationen

Schriften

  • Maximal 2 Schriftarten: eine für Überschriften, eine für Fliesstext
  • Serifenlose Schriften (z. B. Arial, Helvetica) für digitale Infografiken – sie sind auf Bildschirmen besser lesbar.
  • Schriftgrössen hierarchisch gestalten: Titel: 24–30 pt, Untertitel: 18–22 pt, Fliesstext: 12–14 pt
Mehr FAQ anzeigen

Wie stelle ich sicher, dass meine Infografik barrierefrei ist?

  • Kontraste prüfen: Nutzen Sie Tools wie WebAIM Contrast Checker, um sicherzustellen, dass Texte für Menschen mit Sehbehinderung lesbar sind.
  • Alternativtexte hinzufügen: Beschreiben Sie die Infografik in einem kurzen Text, damit Screenreader sie vorlesen können.
  • Einfache Sprache: Vermeiden Sie Fachjargon und halten Sie die Texte kurz und prägnant.
  • Farben nicht als einzige Informationsquelle nutzen: Wählen Sie zusätzlich Symbole oder Muster, um Daten zu unterscheiden (z. B. für Farbblinde).

Wo finde ich verlässliche Daten für meine Infografik?

Schweizer Quellen

Internationale Quellen

Branchenstudien

Nutzen Sie Berichte von Verbänden oder Marktforschungsinstituten (z. B. gfs.bern).

Wichtig: Geben Sie immer die Quelle in Ihrer Infografik an, um Glaubwürdigkeit zu wahren.

Wie oft sollte ich Infografiken in meiner Content-Strategie einsetzen?

Infografiken eignen sich besonders für:

  • Komplexe Themen, die vereinfacht werden müssen (z. B. Statistiken, Prozesse).
  • Social Media, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.
  • Blogposts oder Whitepaper, um Daten visuell aufzubereiten.

Empfehlung: Integrieren Sie mindestens eine Infografik pro Monat in Ihre Content-Strategie, um Abwechslung und Mehrwert zu bieten.

Wie kann ich meine Infografik promoten?

  • Social Media: Teilen Sie die Infografik auf LinkedIn, Instagram, Twitter und Pinterest. Nutzen Sie relevante Hashtags (z. B. #Infografik #Datenvisualisierung).
  • Blog oder Website: Binden Sie die Infografik in einen passenden Blogpost ein und optimieren Sie den Text für SEO (z. B. mit dem Hauptkeyword im Titel und in der Beschreibung).
  • E-Mail-Marketing: Versenden Sie die Infografik als Teil eines Newsletters an Ihre Abonnent:innen.
  • Kooperationen: Bieten Sie anderen Websites oder Blogs an, Ihre Infografik zu teilen (mit Backlink zu Ihrer Seite).

Welche Fehler sollte ich beim Erstellen vom Infografiken vermeiden?

  • Zu viele Informationen: Überladene Infografiken wirken unübersichtlich. Beschränken Sie sich auf 3 bis 5 Kernbotschaften.
  • Schlechte Datenqualität: Nutzen Sie nur verlässliche Quellen und prüfen Sie die Daten auf Richtigkeit.
  • Unklare Struktur: Führen Sie die Betrachtenden mit einer logischen Leserichtung (z. B. von oben nach unten) durch die Infografik.
  • Schlechte Lesbarkeit: Achten Sie auf ausreichend Kontrast, Schriftgrösse und Weissraum.
  • Fehlende Quellenangabe: Geben Sie immer an, woher die Daten stammen, um Glaubwürdigkeit zu wahren.

Kann ich Infografiken selbst erstellen, auch wenn ich kein Grafiker bin?

Jein. Mit Tools wie Canva, Piktochart oder Venngage können auch Nicht-Designer schnell Infografiken erstellen. Nutzen Sie Vorlagen und passen Sie diese an Ihre Bedürfnisse an. Jedoch gilt nach wie vor: Wenn Sie Ihre Kund:innen wirklich überzeugen wollen, lohnt sich ein professionelles Grafikdesign durch eine erfahrene, ausgebildete Fachperson. Sie weiss, was wirkt – und ist darauf geschult, Inhalte effizient umzusetzen. 

Wie messe ich den Erfolg einer Infografik?

  • Social Media Metriken: Likes, Shares, Kommentare und Reichweite
  • Website-Traffic: Nutzen Sie Tools wie Google Analytics, um zu prüfen, wie viele Besucher:innen die Infografik anschauen und wie lange sie auf der Seite verweilen.
  • Backlinks: Prüfen Sie mit einem geeigneten SEO-Tool, wie viele andere Websites auf Ihre Infografik verlinken.
  • Engagement: Messen Sie, wie viele Nutzer:innen die Infografik herunterladen oder in Newslettern teilen.

Haben Sie eine Frage, die hier nicht beantwortet wurde? Kontaktieren Sie uns – wir helfen Ihnen gerne weiter!