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«Wer einen erfolgreichen Newsletter will, sollte in einen guten Texter investieren.»

26.10.16


Weshalb der Newsletter nicht tot ist, sondern gerade einen Aufschwung erlebt: Chris Beyeler*, Head of Content Management bei der siroop AG über Informationsflut und die Chancen, die sich daraus für die zielgerichtete Kundenansprache ergeben.

Redaktion/Interview: Textagentur etextera

Herr Beyeler, heute sind Unternehmen auf den verschiedensten Kanälen präsent. Braucht es da überhaupt noch einen antiquierten Newsletter?

Unbedingt! Damit sind Firmen nämlich viel näher beim Nutzer. Vor ein paar Jahren glaubte man, Newsletter seien tot. Heute weiss man: Das Gegenteil ist der Fall. Dank Social Media und der damit verbundenen ungefilterten Informationsflut, erleben Newsletter einen Aufschwung.

Ein Newsletter ist nichts anderes als ein elektronischer Werbeflyer – richtig oder falsch?

Falsch! Werbung ist oberflächlich und landet deshalb schnell im Müll. Ein gut gemachter Newsletter hingegen geht tiefer, weil er zielgerichtet ist. Er ist ein Push-Instrument. Der Nutzer verirrt sich nicht zufällig auf die Website, sondern das Unternehmen verschickt den Newsletter gezielt: Zum richtigen Zeitpunkt, mit den richtigen Infos, an den richtigen Empfänger.

Das grosse Potenzial liegt in der Auswertung der Daten

Es geht also um massgeschneiderte und individuelle Kundenansprache?

Genau. Das grosse Potenzial liegt in der Auswertung der Daten. Unternehmen bekommen beispielsweise Aufschluss darüber, welche Abschnitte des Newsletters gelesen werden, welche Produkte die einzelnen Nutzer interessieren, ob die User männlich oder weiblich sind. Vor allem E-Commerce-Firmen bedienen sich bereits sehr professionell dieser Instrumente. Sie werten viel über ihre Abonnenten aus und können so massgeschneiderte Newsletter verschicken.

Wie baut sich ein Newsletter im Idealfall auf?

Er verfügt über eine persönliche Anrede und eventuell über ein kurzes Inhaltsverzeichnis, in dem knapp angerissen wird, um was es geht. Idealerweise widmet sich der Newsletter nur einem Thema, das in maximal drei Abschnitten erläutert wird. Insgesamt sollte er nicht zu lang sein und nicht zu viele Infos auf einmal enthalten.

Und wie lassen sich Informationen verpacken, damit sie auch gelesen werden?

Dazu braucht es vor allem einen guten Texter, der so schreiben kann, dass der Nutzer dran bleibt. Unternehmen, die einen erfolgreichen Newsletter anstreben, sollten deshalb in einen guten Texter investieren. Das Potenzial von gutem Content wird bisher leider nicht ausgenutzt.

Unternehmen sollten auf keinen Fall Adressen kaufen

Sind Nutzer überhaupt an Newslettern interessiert? Wer einen abonnieren will, muss schliesslich selbst aktiv werden und ein Häkchen an der richtigen Stelle setzen.

Ja, die Leute sind definitiv an Newslettern interessiert. Unternehmen sollten dabei jedoch auf organisches Wachstum der Anzahl Abonnenten setzen und auf keinen Fall Adressen kaufen. Ein unaufgefordert erhaltener Newsletter verärgert Nutzer nur und schiesst somit völlig am Ziel vorbei. Besser ist es, mit Anreizen zu arbeiten – als Online-Shop beim Check-out den Käufer etwa fragen: «Willst du immer über unsere neuesten Produkte und Angebote informiert werden? Dann abonniere unseren Newsletter.»

Wie häufig sollten Newsletter verschickt werden?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Newsportale versenden natürlich häufiger Newsletter als Online-Shops. Generell rate ich immer: Vergleicht euch nicht mit anderen Firmen, sondern wertet die eigenen Daten aus. Dort liegt euer Potenzial! Sinkt etwa die Öffnungsrate, kann dies am Inhalt liegen, aber auch ein Hinweis sein, dass die Frequenz zu hoch ist. Vielleicht ist aber auch der Zeitpunkt des Versendens nicht ideal gewählt. Es gilt also immer wieder auszuprobieren und neu zu justieren.

Verpassen Firmen etwas, wenn Sie auf einen Newsletter verzichten?

Ja, ich finde schon. Je mehr wir überflutetet werden mit Informationen, umso grösser ist das Bedürfnis an zielgerichteter, auf uns massgeschneiderte Infos. Der Newsletter hat deshalb ein sehr grosses, bisher noch nicht wirklich erkanntes Potenzial, das es endlich richtig zu nutzen gilt.

Zur Person
*Chris Beyeler ist Head of Content Management bei der siroop AG. Er sagt über sich: «Quellcode fliesst durch meine Adern, Websites sind mein täglich Brot. Digital Marketing ist meine Leidenschaft, das gesamte Internet meine Passion.» An der Schweizer Journalistenschule MAZ und am Schweizerischen Institut für Betriebsökonomie SIB ist Beyeler Dozent für Content Creation, Website Konzeption, Newsletter und Online-Marketing.

 

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